Mittwoch, 11. Januar 2012

Reise(sehn)sucht

Die Ferne, ob sie nun am Horizont oder ob sie jenseits aller Anschauung liegt, ist Teil von mir. Sie verweist auf meine Endlichkeit und schützt mich gegen voreilige Zufriedenheit. Ich reise, und wenn ich nicht reisen kann, dann sehne ich mich danach....


Und da mich zu häufig diese Sehnsucht überkommt, buche ich einfach Flug, Hotel und Auto, überrede meine Schwester mich zu begleiten und freue mich, dass Christina aus Schweden auch unbedingt Florida bereisen möchte.

Und wenig später finde ich mich im Zug von Miami nach Raleigh wieder. Eingehüllt in einer Decke ziehen Palmen und Orangenplantagen an dem Fenster der auf 16 Grad herunter gekühlten Sardinienbüchse (auch Amtrak genannt) an mir vorbei. Die Fahrt dauert ja nur 22h.

5 Tage in Florida, the Sunshine State mit einem nicht-rentnergerechten Programm: Miami -> Key West -> Everglades -> Miami -> South Beach. Am Strand liegen und sich mit Sonnenschutz 30 eincremen Anfang Januar. 90 Meilen von Kuba den Sonnenuntergang genießen, Cocktails schlürfen und kubanisches Essen bestellen. Mit einem Kanu durch die Vegetation der Everglades paddeln und nach dem 15feed langem Krokodil suchen. Unser Hausboot BOTEL taufen (Mischung aus Hotel, Motel und Boot) und in einem Hippihostel mit anderen Reisenden musizieren. Und so vergehen 5 Tage wie im Flug. 
Von da oben sieht man Kuba.

Southbeach, Miami

Hotel, Botel, Holyday Inn....


Lifeguards on Duty!



"Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man sich benehmen muß oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind!" (Kurt Tucholski)




Eines meiner persönlichen Highlights war folgender Dialog, der zeigt, wie schnell Amelie die amerikanische Kultur begriffen hat.
Auf die Frage ob ihr das amerikanische Bier schmecken würde, antwortet sie zunächst mit „Ja“. Auf die Rückfrage: “Really?”, schiebt sie ein charmantes „ Well, it is not as bad as your coffee “ hinter her.

Back in Chapel Hill, bereit für die zweite Halbzeit. Derweil offiziell als Masterstudent. Zu viele vielversprechende Kurse. Zu viel Kursliteratur. Zu wenig Zeit um nebenher zu lesen und so müssen einmal mehr die Wochenenden hinhalten um die stete Reisesehnsucht zu befriedigen. Am Wochenende wahrscheinlich nach Asheville und dann nach Washington auf eine Konferenz.

Unstillbar,

Richard