Urlaub heißt bei mir nicht, dass ich die Füße hochlege. Urlaub ist für mich Reisen. Den Erholungsaspekt leitet sich aus dem Gefühl des Reisens und der daraus resultierenden Gemütslage ab. Und da das Gemüt nicht ruht, führte das dazu, dass ich in meinen ersten sieben Tagen in Thailand sieben temporäre Beschäftigungsverhältnisse angenommen habe...
1. und 2. An meinem ersten Tag in Bangkok habe ich nach Wat Po das Museum of Siam besucht. Bevor man in die Geschichte des Landes eintaucht, werden in der ersten Galerie verschiedene Kulturmerkmale vorgestellt, die als "typisch Thai" gelten. Ich finde das ziemlich witzig. Vor allem weil neben dem Tuk-Tuk Fahrer, dem Straßenverkäufer und den orangen Mönchskutten auch die Damen dargestellt sind, die den "typischen" Sextouristen bedienen. Ich übernehme kurzzeitig den Imbiss. Und weil ich mich nicht ganz schlecht anstelle, darf ich am nächsten Tag sofort in den Außendienst:
3. Noch am selben Abend verbringe ich mit Max den Abend auf der Khaosan Road. Das ist die Weggeh- und Backpacker Meile Bangkoks. Als wir dort ankommen, haben wir beide den selben Gedanken: Zum Glück liegt unser Hostel in einem etwas normaleren Teil der Stadt. Hier wummern die Bässe. Die Straße wird von Bars und fliegenden Händlern bestimmt. Es gibt Lachgas, Ladyboys, Skorpione am Spieß und weitere nur nach Soyasoße und Chips schmeckende Insekten [ich hab da mal recherchiert]. Grundsätzlich ist der Fremdschämfaktor hoch.
Nach dem Einarbeiten wird Max und mir mitgeteilt, dass man uns nicht weiter beschäftigen möchte. Wir konnten keinen Gast in die schäbige Absteige locken. Wir wissen nicht, was wir falsch gemacht haben. Wer will den nicht nackte Männer sehen, die Tischtennis spielen?! Oder haben wir hier etwas falsch verstanden?
4. Da ich gehört habe, dass man im Norden auch Arbeit finden kann, nehme ich den Nachtzug nach Chiang Mai. Im Speisewagen läuft lauter Thai-Pop durch die Lautsprecher. Der Polizist neben mir singt mit und spielt dabei auf seinem Handy rum. Tinder ist offensichtlich auch in Thailand angekommen. Als wir am nächsten morgen ein Auto rammen, unterstütze ich den Polizisten bei der Aufklärungsarbeit. Diese besteht eigentlich nur darin...ach seht selbst:
5. Chiang Mai ist ein perfekter Ausgangspunkt um die atemberaubende Landschaft des Nordens zu erkunden. Ich lasse die kommerziellen Trekkingtouren links liegen und nehme mir für zwei Tage einen Roller. Als ich mich die Straßen durch den Nationalpark Su Thep hochschlängele, ruckelt der Roller noch kurz. Dann ist der tot. Mit Erleichterung stelle ich fest, dass schlichtweg kein Benzin mehr im Tank ist. Ich lasse mich den Berg runterrollen und finde einen Stand, der Benzin in Glasflaschen verkauft. Ich gebe dem Motorrad zu trinken.
Bei dem Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit von 75% sollte man grundsätzlich viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Ich helfe daher abends als Barkeeper in einem umgebauten VW-Bus aus:
6. Am nächsten Tag umrunde ich den großen Nationalpark. Fast nach jeder Kurve entlockt es mir einen kleinen Freudenschrei. Ich muss anhalten. Kurz genießen. Dann Kamera raus. Klick. Weiter. Die Landschaft ist atemberaubend. Die riesigen Gebirgsketten leuchten grün. Auf einem nicht asphaltierten Weg erreiche ich ein kleines Dorf. Hier soll irgendwo ein großer Rosengarten sein. Als ich vor einer großen Plane stehe, schreit eine Frau aus einem Fenster. Ein kleiner Mann kommt herbei gestürmt und schiebt die Plane bei Seite. Ich stehe auf einer Rosenplantage und in der Ferne erheben sich endlose Dschungelweiten. Das ist mein bisher schönster Moment. Der kleine Mann schiebt mich nun in sein Haus, wo seine Frau die Rosen misst und abbindet. Aus den Lauten, die seinen Mund verlassen, höre ich: „ ... huang häng pahung ... und bring doch diese Rosen ins Tal und schenke Sie der Hausherrin deines Hostels“. Ok. Das mache ich gerne. Ich gebe ihm 20 Cent und erledige damit meinen sechsten Job als thailändischer Bachelor.
1. und 2. An meinem ersten Tag in Bangkok habe ich nach Wat Po das Museum of Siam besucht. Bevor man in die Geschichte des Landes eintaucht, werden in der ersten Galerie verschiedene Kulturmerkmale vorgestellt, die als "typisch Thai" gelten. Ich finde das ziemlich witzig. Vor allem weil neben dem Tuk-Tuk Fahrer, dem Straßenverkäufer und den orangen Mönchskutten auch die Damen dargestellt sind, die den "typischen" Sextouristen bedienen. Ich übernehme kurzzeitig den Imbiss. Und weil ich mich nicht ganz schlecht anstelle, darf ich am nächsten Tag sofort in den Außendienst:
3. Noch am selben Abend verbringe ich mit Max den Abend auf der Khaosan Road. Das ist die Weggeh- und Backpacker Meile Bangkoks. Als wir dort ankommen, haben wir beide den selben Gedanken: Zum Glück liegt unser Hostel in einem etwas normaleren Teil der Stadt. Hier wummern die Bässe. Die Straße wird von Bars und fliegenden Händlern bestimmt. Es gibt Lachgas, Ladyboys, Skorpione am Spieß und weitere nur nach Soyasoße und Chips schmeckende Insekten [ich hab da mal recherchiert]. Grundsätzlich ist der Fremdschämfaktor hoch.
Nach dem Einarbeiten wird Max und mir mitgeteilt, dass man uns nicht weiter beschäftigen möchte. Wir konnten keinen Gast in die schäbige Absteige locken. Wir wissen nicht, was wir falsch gemacht haben. Wer will den nicht nackte Männer sehen, die Tischtennis spielen?! Oder haben wir hier etwas falsch verstanden?
4. Da ich gehört habe, dass man im Norden auch Arbeit finden kann, nehme ich den Nachtzug nach Chiang Mai. Im Speisewagen läuft lauter Thai-Pop durch die Lautsprecher. Der Polizist neben mir singt mit und spielt dabei auf seinem Handy rum. Tinder ist offensichtlich auch in Thailand angekommen. Als wir am nächsten morgen ein Auto rammen, unterstütze ich den Polizisten bei der Aufklärungsarbeit. Diese besteht eigentlich nur darin...ach seht selbst:
5. Chiang Mai ist ein perfekter Ausgangspunkt um die atemberaubende Landschaft des Nordens zu erkunden. Ich lasse die kommerziellen Trekkingtouren links liegen und nehme mir für zwei Tage einen Roller. Als ich mich die Straßen durch den Nationalpark Su Thep hochschlängele, ruckelt der Roller noch kurz. Dann ist der tot. Mit Erleichterung stelle ich fest, dass schlichtweg kein Benzin mehr im Tank ist. Ich lasse mich den Berg runterrollen und finde einen Stand, der Benzin in Glasflaschen verkauft. Ich gebe dem Motorrad zu trinken.
Bei dem Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit von 75% sollte man grundsätzlich viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Ich helfe daher abends als Barkeeper in einem umgebauten VW-Bus aus:
6. Am nächsten Tag umrunde ich den großen Nationalpark. Fast nach jeder Kurve entlockt es mir einen kleinen Freudenschrei. Ich muss anhalten. Kurz genießen. Dann Kamera raus. Klick. Weiter. Die Landschaft ist atemberaubend. Die riesigen Gebirgsketten leuchten grün. Auf einem nicht asphaltierten Weg erreiche ich ein kleines Dorf. Hier soll irgendwo ein großer Rosengarten sein. Als ich vor einer großen Plane stehe, schreit eine Frau aus einem Fenster. Ein kleiner Mann kommt herbei gestürmt und schiebt die Plane bei Seite. Ich stehe auf einer Rosenplantage und in der Ferne erheben sich endlose Dschungelweiten. Das ist mein bisher schönster Moment. Der kleine Mann schiebt mich nun in sein Haus, wo seine Frau die Rosen misst und abbindet. Aus den Lauten, die seinen Mund verlassen, höre ich: „ ... huang häng pahung ... und bring doch diese Rosen ins Tal und schenke Sie der Hausherrin deines Hostels“. Ok. Das mache ich gerne. Ich gebe ihm 20 Cent und erledige damit meinen sechsten Job als thailändischer Bachelor.
7. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit meiner "Backpacker-Familie" kommt mein Bus. Es geht nach Chiang Kong, um morgen die Grenze nach Laos zu passieren. Dann geht es auf dem Mekong mit einem Slowboat stromabwärts. Und bestimmt warten auch in Laos neue Aufgaben. Irgendwas ist ja immer.
Es geht weiter. Daher sei an dieser Stelle meine bisherige Reisebegleitung herzlich gegrüßt: Verena & Lisa, euch viel Spaß auf Ko Samui! Max,
gutes Gelingen - insbesondere für die Zeit nach deiner Reise. Mon amour Kadd et mon cherie Meredith, a bientôt à Mayotte! Christian, ich freue mich, wenn ich nächstes Jahr dein Buch im Laden
finde und ich wünsche dir von Herzen folgenden Titel: "Futter für die Füße. Ein
kulinarischer Fussmarch zum auf den höchsten
Punkt der Erde". Danke euch allen, es war mir eine große Freude.
Liebe Grüße,
Richard
