Montag, 19. September 2011

Nicht teilbar - leider!


Hi Y’all,

mittlerweile kann ich sagen, dass ich nicht nur angekommen bin, sondern mich stellenweise bereits integriert habe. Im Guten sowie im Schlechten. Ich beginne mit letzterem:
Ja, ich ertappe mich bereits, dass ich die in der Mikrowelle aufgewärmten Nudeln mit Ketchup vor dem Fernseher esse.
Ja, und ich bekenne mich mittlerweile zu meiner Uni, habe mir ein hellblaues T-Shirt mit dem Emblem meiner Uni gekauft und ich trage es auch außerhalb des Footballstadions.
Ja, es fällt mir mittlerweile nicht mehr schwer zu sagen: See you around! Oder: I will call you!
Und ja, ich hatte neulich große Probleme mich auf deutsch mit einem anderen Austauschstudenten zu unterhalten, weil wir beide ungewollt dem englischen Satzbau gefolgt sind.

Nun positivere Indikatoren der Integration:
Bis auf den Fernseher kann ich nun alle elektrischen Geräte in meinem Haushalt bedienen. Neben richtig coolen internationalen Freunden, habe ich mittlerweile viele amerikanische Bekannt- und Freund(!)schaften! Im Handballteam entscheidet sich nächste Woche, ob ich ins A oder B-Team komme. Handball ist überraschenderweise kein Exotensport hier, sondern wird richtig ernsthaft betrieben. Anfangs musste ich lachen, als der Trainer den Neulingen erklärt hat, dass man im Handball maximal einen Punkt erzielen kann - egal von wo man wirft! - und nach drei Wochen Training üben wir schon die ersten Spielzüge ein. Irgendwie geht in Amerika alles ein wenig schneller.
Auch im Urban Planning Department kann ich so langsam Fuß fassen. Ich würde mich ja gerne in vier Richards teilen: Ein Richard würde ich in die Bib setzen, so dass die Lektüre und Assignments ansatzweise durchgeackert werden. Die anderen drei Richards müssten sich koordinieren zu welchen Partys, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und sonstigen Aktivitäten sie gehen. Unglaubliches Programm, das hier geboten wird. Sei es Obama’s Pressesprecher, der aus dem Nähkästchen plaudert, oder die Veranstaltungen, die im Rahmen des 10. Gedenktags an 9/11 statt fanden, oder ein hochkarätiges Blues-Konzert, von dem ich gerade komme und diese Liste ließe sich ungeniert fortsetzen.

Liebe Grüße von Richard, der sich leider nicht teilen kann und dem so langsam die Kräfte schwinden.